Sonntag, 1. August 2010

Weitere Verunsicherungen

Am Donnerstag war nun der Termin in der Schmerztherapie. Der Arzt lachte mich nicht aus, wie erhofft, sondern wollte mich am liebsten in die Klinik legen. Er machte mir keineswegs Mut, sondern malte durchaus ein wenig schwarz. Ich brauche Geduld und solle mich von Zielen verabschieden, die könne man bei Sudeck vergessen, das könne durchaus zwei Jahre dauern. Er empfahl mir einen stationären Aufenthalt, weil ich dann "raus wäre aus dem Arbeits- und Privatleben, die Gefahr einer unkontrollierten Bewegung wäre dann nicht da", und die ist wohl momentan wirklich die größte Gefahr. Daher muss die Schiene auch wieder getragen werden. Puh.

Dabei hatte ich den Eindruck, es sei besser geworden. Die Hand wirkt nicht mehr deformiert und ist auch nicht mehr so dick, nach jeder Lymphdrainage wirkt sie genauso wie die andere Hand. Die Faust kriege ich natürlich immer noch nicht hin. Aber fast!

Trotzdem war ich wohl zu optimistisch. Das einzig gute ist wirklich, dass ich keine Schmerzen habe. Das erleichtert es mir, nicht aber den Therapeuten. Obwohl ich das glaubte, ist Schmerz nun doch nicht das Hauptproblem des Sudeck, sondern die Funktionserhaltung und -wiederherstellung der betroffenen Extremität. Zum Schluss dann noch die Aussicht, dass er niemanden kenne, der innerhalb eines Jahres wieder gesund wurde und niemanden, bei dem nichts zurückblieb. Ich werde mich niemals mehr über Versicherungsauszahlungen freuen - gegen ein funktionierendes Körperteil, noch dazu so ein wichtiges wie die Hand, kommt gar nichts an. Mir war zum Heulen.

Das mit dem stationären Aufenhthalt werde ich mir überlegen - nach Oslo. Krankschreiben lassen möchte ich mich jedoch nicht. Wenn es einmal anfängt, bin ich in der Mühle drin. Zum Glück habe ich keinen Stress derzeit und kann es ruhig angehen lassen.

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